Archiv - Geiß-Nidda - Stadtteil von Nidda

Update 25.05.2018
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BASALTMAGERRASEN BEI GEISS-NIDDA Biotop „Auf dem Dretsch“ als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen / Seltene Pflanzen und Insekten

Von Birgit Wichelmann-Werth
GEISS-NIDDA - Der Besuch des Gebietes „Basaltmagerrasen bei Geiß-Nidda“ macht deutlich, wie abwechslungsreich unsere Landschaft ist. Bisher haben wir Waldgebiete und Wiesentäler besucht. Seen, die durch Braunkohle-Tagebau oder historische Anlagen von Fischteichen entstanden sind, sowie Auenlandschaften mit Flüssen und Nasswiesen. Heute gilt unsere Aufmerksamkeit einer kargen und trockenen Landschaft, die ebenfalls durch menschliche Beeinflussung geschaffen wurde.
Letzte Ausläufer der Lavaströme aus der Vulkanlandschaft Vogelsberg bilden den Untergrund, der teilweise kaum von Erde bedeckt ist. Zum Ackerbau taugt dieses Land kaum, weil es nicht nährstoffreich ist. Also zogen hier in früheren Zeiten Schafherden umher, die genügsam genug waren, um mit den hier wachsenden Pflanzen auszukommen. Die „Wetterauer Hutungen“ entstanden und somit ein einzigartiges Biotop mit zum Teil sehr seltenen Pflanzen. Wo diese Pflanzengemeinschaften wachsen, siedelt sich auch eine entsprechende Tierwelt an. Speziell wärmeliebende Insekten leben hier und Vögel, die darauf spezialisiert sind, über steppenartigen Grasflächen zu jagen.

„Auf dem Dretsch“ bei Geiß-Nidda ist so ein besonderes Biotop. Es wurde deshalb zusammen mit dem Kirschköppel bei Ulfa, dem Eichköppel bei Eichelsachsen und einigen anderen Gebieten als Natura 2000-Gebiet unter der Ziffer 5520-304 „Basaltmagerrasen am Rand der Wetterauer Trockeninsel“ ausgewiesen.

Der interessierte Besucher kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. In der Ortsmitte von Geiß-Nidda gibt es eine Haltestelle der Buslinie Nidda – Friedberg. Von hier läuft man am Friedhof vorbei, links den Berg hoch innerhalb von zehn Minuten auf den „Dretsch“. Bei der Anreise mit dem Pkw parkt man am besten auf dem Parkplatz am Friedhof und gelangt nach einem kurzen Spaziergang ins Gebiet. Die besten Monate für Pflanzen- und Insektenbeobachtungen sind April bis Ende September.

Was bedeutet eigentlich Natura 2000-Gebiet? Angesichts der bedrohlichen Vernichtung der Artenvielfalt auf der Erde beschlossen die Europäische Union und die einzelnen Mitgliedsstaaten – also auch Deutschland – 1992 die „Konvention über biologische Vielfalt“. Mit der Einrichtung eines europaweiten Netzes von Schutzgebieten zum Erhalt von Pflanzen, Vögeln und Lebensräumen soll dem Artensterben Einhalt geboten werden. Jedes Land meldet die Gebiete, die nach den Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien (FFH) in Frage kommen. Nach einem Abstimmungsprozess erstellt die Europäische Kommission eine Liste der „Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung“. Diese Liste wurde erstmals 2004 veröffentlicht. Danach sollen alle Natura 2000-Gebiete auch im nationalen Recht innerhalb von sechs Jahren unter Schutz gestellt werden. Das Land Hessen hat deshalb den „Basaltmagerrasen bei Geiß-Nidda“ als ein solches Gebiet an die Bundesregierung gemeldet, die es wiederum der Europäischen Kommission vorgeschlagen hat. Es wurde unter der Ziffer 5520-304 in die Liste der Gebiete von gemeinschaftlichem Interesse aufgenommen und ist damit besonders schutzwürdig. Die Fläche stellt ein wichtiges Teilchen innerhalb des europäischen Naturschutznetzwerkes dar.

Ende Februar werden die Tage wieder länger und ab März gewinnt die Sonne an Kraft. An sonnigen Tagen kommen die ersten Pflanzen unter der schützenden Schneedecke hervor. Die frühen Boten des neuen Pflanzenjahres sind gelb blühendes Frühlings-Fingerkraut, Kriechender Hahnenfuß, Gewöhnlicher Reiherschnabel, das weiße Frühlings-Hungerblümchen, Gänseblümchen und die Purpurrote Taubnessel. Im April gesellt sich der selten gewordene Knöllchen-Steinbrech mit seinen entzückenden weißen Blüten hinzu.

Am Rand des Magerrasens stehen Schlehen, die noch ihre schwarz-blauen Früchte tragen, Weißdorn, junge Eichen und Vogelkirschen. Ihre Energien stecken zu dieser Jahreszeit in den Wurzeln und im Holz. Erst im späteren Frühling – Ende April, Anfang Mai – entfalten sie das frische Grün ihrer jungen Blätter.

Auf einem Zweig, hoch über der Fläche, sitzt ein Turmfalke und lässt seine scharfen Augen über das Grasland wandern. Es könnte sich ja eine Maus aus ihrem unterirdischen Bau herauswagen. Auch der Mäusebussard, häufigster Greifvogel in unserem Land, geht hier auf der Hochfläche auf Jagd. Von Zeit zu Zeit lässt er seinen unverkennbaren durchdringenden Ruf erschallen und erhält vom nahen Waldgebiet eine Antwort. Rotmilane nutzen die Bäume auf der Kuppe gern als Übernachtungsplatz auf ihrem Rückweg aus den Überwinterungsgebieten in Westeuropa.

Von der Höhe kann der Blick Richtung Osten bis zu den schneebedeckten Höhen des Vogelsberges schweifen. In dieser Jahreszeit fegt oft ein kalter Wind über die Basaltkuppe, nur selten lassen sich Rehe oder Hasen blicken. Sie suchen lieber den Schutz der Tallagen und des Waldes. Wenn die Sonne höher steigt und es wärmer wird, schmilzt der letzte Schnee und die Pflanzen strecken sich dem Licht entgegen.

Jetzt ist die Zeit gekommen, in der über der Basaltkuppe Kolkraben ihre spektakulären Balzflüge veranstalten. Der Neuntöter kehrt aus Afrika zurück, etwa zur selben Zeit wie auch der Gartenrotschwanz. Sie alle inspizieren das Revier und begutachten, ob es sich wohl für die Aufzucht des Nachwuchses eignet.

Ende Mai beginnt die Zeit der besonderen Pflanzen dieses Ortes. Es sind die Hungerkünstler, die nur wenige Nährstoffe benötigen, um ihre zauberhaften Blüten hervorzubringen, und es sind die Widerstandsfähigen, die mit wenig Wasser auskommen. Am Hang und zwischen den Basaltblöcken breitet sich Mauerpfeffer in ganzen Teppichen aus. Er bringt im Sommer tausende von gelben Sternenblüten hervor – ein wunderschöner Anblick. Dazwischen wachsen die Felsen-Fetthenne und die Große Fetthenne. Sie alle haben dickfleischige Stängel und Blätter, in denen sie das Wasser speichern können. Auch der Kompasslattich ist ein wahrer Wärmekünstler. Er dreht seine Blätter immer so, dass sie der Sonne abgewandt sind, sodass sie wenig Feuchtigkeit abgeben und nicht verbrennen.

Da das Gebiet klimatisch gesehen am Rande der Wetterauer Trockeninsel liegt, sind diese Strategien zum Umgang mit Wärme und Trockenheit überlebenswichtig für die Pflanzen. Oben auf der Basaltkuppe herrscht submediterranes Trockenklima mit Temperaturen bis fast 40 Grad an manchen Hochsommertagen. Es kann gut sein, dass es hier wochenlang nicht regnet.

Wenn sich die Blüten der Pflanzen entfalten, ist die Zeit der Insekten gekommen. Am auffälligsten und beliebtesten bei den Menschen sind natürlich die Schmetterlinge. Sie gaukeln an warmen Frühlingstagen schon ab April über die Hochfläche. Die ersten Schmetterlinge im Jahr sind der Klee-Gitterspanner, der Gemeine Bindenspanner, die Breitflügelige Bandeule, der Gelbspanner, der weiße Ampferspanner mit den dunkelroten Linien und der seltene Mondfleckige Blütenspanner. Einige Bienen, Hummeln und Fliegen lassen sich auch bei entsprechenden Temperaturen entdecken. Die Honigbienen aus nahegelegenen Bienenstöcken ortsansässiger Imker besuchen die ersten Blüten, um nach dem Winter Pollen zu sammeln. Die Dunkle Erdhummel, die Wiesenhummel, die Ackerhummel und die Steinhummel mit ihrem orange-braunen Hinterteil summen und brummen über die Grasfläche auf der Suche nach leckeren Blüten. Sie finden im voranschreitenden Jahr bei immer höherem Sonnenstand Tüpfel-Johanneskraut, Büschel-Nelken, Kartäusernelken, die Purpurrote Fetthenne, Rötliches Fingerkraut, die Moschus-Malve, das Echte Labkraut und auf weitläufigen Flächen den Wiesen-Salbei mit seinen lavendelblauen Blüten. Sommerblumen sind auch die violetten Skabiosen und die Wiesen-Flockenblumen, hinzugesellen sich der Große Wiesenknopf und verschiedene blaublütige Ehrenpreissorten. Wichtig im Gebiet sind aber auch die verschiedenen an Boden und Klima angepassten Gräser: Hühner-Hirse, Schafschwingel, Pyramiden-Schillergras und Wiesen-Goldhafer. Eine ganz große Seltenheit ist der Zweifelhafte Grannenhafer (Ventata dubia). Er gehört zu den Süßgräsern, ist einjährig und in Hessen wegen seiner Seltenheit auf der Roten Liste. In der ganzen Wetterau, die für den Erhalt eine besondere Verantwortung übernommen hat, gibt es nur noch vier Standorte. Einer davon ist das Gebiet „Auf dem Dretsch“.

Im Hochsommer erscheinen weitere selten gewordene Schmetterlinge. Besonders schön und groß ist der Schwalbenschwanz. Auch Wanderfalter aus dem Süden treffen ein, Malven-Dickkopffalter, Wander-Gelblinge, Baumwoll-Kapseleulen und Taubenschwänzchen schwirren um die Blüten herum. Aber auch weitere unter Artenschutz stehende Schmetterlinge wie der Kleine Feuerfalter, der Kurzschwänzige Bläuling und der Kleine Perlmutterfalter lassen sich beobachten.

An warmen Sommerabenden ist es hier oben besonders schön. Die ganze Landschaft ist in ein sanftes Licht getaucht, im Westen sinkt die Sonne langsam dem Horizont entgegen und der Blick des Spaziergängers kann über das Dorf, die gegenüberliegenden Wälder, den Steinbruch von Michelnau bis zu den Höhen von Taufstein und Bilstein wandern. Um diese Zeit kommen auch noch Rehe aus dem schützenden Wald, um sich eine Abendmahlzeit zu holen. Die Goldammer lässt ihren Gesang ertönen. In den Hecken hört man Dorngrasmücken, Kohlmeisen und den Gartenrotschwanz. Sie suchen nach Insekten, die sie zur Aufzucht ihrer Brut benötigen. Es herrscht eine sehr friedliche Stimmung, deren Harmonie aber leider noch an einigen Stellen gestört wird. Auch hier kommt es vor, dass einige Mitmenschen die Landschaft zur Entsorgung ihrer Abfälle nutzen. Obwohl es sich um ein Schutzgebiet von europäischer Bedeutung handelt, werden immer wieder Garten- und Küchenabfälle entsorgt. Wahrscheinlich ist den Verursachern gar nicht bewusst, welchen Schaden sie im Gebiet anrichten. Glücklicherweise hat sich die örtliche Naturschutzgruppe zusammen mit der Abteilung Landwirtschaft und der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises sowie der Stadt Nidda seit einigen Monaten um das Gebiet bemüht. Es ist gelungen, einen neuen Pächter zu gewinnen, der seine Schafe hier auf einem Teil des Gebietes weiden lässt. Sie sind die besten Garanten für die Heilung der Wunden, die der Landschaft zugefügt wurden. Zusammen mit engagierten Naturschützern können sie für die Regeneration des Bewuchses sorgen. Es liegt eine spannende Zeit vor den Naturliebhabern. Sie können in den kommenden Jahren selbst beobachten und miterleben, wie sich dieses interessante Gebiet entwickeln wird.

Quelle: Kreis-Anteiger 26.11.2016

Ernedankfest 2016
Erntedankfeier in Geiß-Nidda

Auch in diesem Jahr wurde das Erntedankfest mit einem Gottesdienst und anschließendem Kaffeetrinken in der Turnhalle Geiß-Nidda gefeiert. Mitglieder des Kirchenvorstandes und der Gesangverein Orpheus gestalteten mit Pfarrer Hampel den Gottesdienst. Zuvor hatten die Landfrauen, wie alljährlich, die Turnhalle und Bühne dem Anlass entsprechend dekoriert. Der Ortsbeirat und die örtlichen Vereine luden anschließend zum Kaffeetrinken an einem reichhaltig bestückten hausgemachten Kuchenbüffet ein.
 
Brigitte Müller
Ortsvorsteherin
Ehrenamtwürdigung 2015
Bericht mit Bild im Kreis-Anzeiger 04.11.2015
Kinderfreundliches Geiß-Nidda 2015
Kinderfreundliches Geiß-Nidda

Ein Kindergarten ist vor Ort und 3 Spielplätze runden das Angebot ab.
 
Geiß-Nidda hat einen Kindergarten der von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr geöffnet ist. Es werden Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr an betreut bis zur Einschulung. Außerdem wird ein Mittagstisch angeboten.
 
Dazu kommt an der Turnhalle ein mit neuen Spielgeräten im Jahre 2015 aufgewerteter Spielplatz. Ein weiterer Spielplatz befindet sich am Sonnenhang im alten Neubaugebiet sowie ein weiterer im neuen Neubaugebiet am Bergwerksring.
 
Alle sind mit Schaukel, Rutsche, Klettergerät und Sandkasten bestückt sowie Bänke für einen Plausch oder zum Ausruhen. Dazu hat jeder noch einige Besonderheiten wie eine Kriechröhre und ein Trampolin, ein Spielhaus, eine Wippe und ein Karussell oder einen Schwebebalken.
 
Außerdem bieten die örtlichen Vereine wie Turnverein, Freiwillige Feuerwehr und Sportverein Möglichkeiten zum Mitmachen an.
Siehe Links TV 1907, TSV 1921 und FFW Geiß-Nidda.
 
Textbeitrag: Brigitte Müller, Ortsvorsteherin
Ehrenamtlich engagierten Bürgen danken 2014
Ehrenamtlich engagierten Bürgen danken

Im Rahmen des Niddaer Martinemarktes wurde am Sonntag auf dem Marktplatz eine neue Veranstaltung aus der Taufe gehoben, in deren Mittelpunkt ehrenamtlich engagierte Bürger standen.
Der Ortsbeirat Geiß-Nidda benannte Willi Siebenborn (nicht im Bild) und Ferdinand Kosch für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Umgestaltung der Trauerhalle und den dadurch notwendig gewordenen Erd- u. Pflasterarbeiten. Ohne ihre Mithilfe hätte das Projekt in der jetzigen Ausführung nicht umgesetzt werden können. Außerdem Erich Müller für seine jahrelange Pflege der Bänke und Ruheplätze im Außenbereich von Geiß-Nidda.
(An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für den geleisteten Einsatz.)
Erntedankfest 2015
"Erntedankfest in der Turnhalle Geiß-Nidda"

Die evangelische Kirchengemeinde, der Ortsbeirat und die örtlichen Vereine hatten zum Erntedankfest eingeladen und konnten sich über eine gut besuchte Veranstaltung freuen. Herr Pfarrer Hampel gestaltete mit den Konfirmanden den Gottesdienst unterstützt durch den Gesangverein Orpheus unter Leitung von Herrn Wilhelmi, der auch den Gottesdienst am Klavier begleitete. Die von den Landfrauen in mühevoller Kleinarbeit herrlich geschmückte Turnhalle bot ein besonderes Ambiente und die reich gedeckte Kaffeetafel mit selbstgebackenen Kuchen, von den Vereinen gespendet, lud zum Schlemmen ein.

Ortsvorsteherin Brigitte Müller dankte allen Akteuren für ihre Unterstützung und lobte bei dieser Gelegenheit die Bereitschaft der Firmen und Vereine sich für Geiß-Nidda einzusetzen. So können in diesem Jahr durch diese Unterstützung und das Stadtteilbudget 70 neue Stühle für die Turnhalle angeschafft werden. Der Erlös des Erntedankfestes soll für die Anschaffung eines Defibrillators in die Turnhalle verwendet werden. Mit Hilfe der von den Niddaer Geldinstituten geleisteten Beiträgen und weiteren Spenden soll auch dieses Vorhaben umgesetzt werden.

Brigitte Müller
Ortsvorsteherin
Erntedankfest 2014
 
Die ev. Kirchengemeinde, der Ortsbeirat und die örtlichen Geiß-Niddaer Vereine hatten zum Erntedankgottesdienst und anschließendem Kaffeetrinken in die wieder sehr schön von den Landfrauen geschmückte Turnhalle eingeladen. Es waren viele gekommen, so daß Pfarrer Hampel und die Ortsvorsteherin Brigitte Müller rund 130 Gäste begrüßen konnten.

 
Ein reichhaltiges Kuchenbüffet, gespendet von den örtlichen Vereinen, ließ keine Wünsche offen und so macht es Lust auch im nächsten Jahr wieder das Erntedankfest in dieser Form zu feiern.
 

Die Kollekte im Gottedienst wurde der Aktion "Brot für die Welt" zugeführt und der Erlös aus dem Kuchenverkauf ist für örtliche Zwecke bestimmt.
Impressionen vom Erntedankfest
Erntedankfest 2013
Impressionen vom Erntedankfest
Dolles Dorf

Neun Stunden drehten die Fernsehleute im "Dollen Dorf"

Team des Hessischen Rundfunks filmt in Geiß-Nidda - Heute Abend Ausstrahlung (31.10.2009)

(ih). "Matthias Walther hat mich informiert. Er war ganz aufgeregt: `Wir sind ausgelost worden für das Dolle Dorf. Hast Du Deinen Zettel noch?`", schilderte Geiß-Niddas Ortsvorsteher Kurt Müller. Mit dem Zettel waren die Notizen für den "Aktionsplan" gemeint, der anrollen sollte, sobald Geiß-Nidda für den beliebten Sendebeitrag "Dolles Dorf der Woche" im Rahmen der Hessenschau des Hessischen Rundfunks ausgelost werden sollte.

Im Lostopf waren alle hessischen Gemeinden mit bis zu 2000 Einwohnern. 750 Beiträge sind schon abgedreht, rund 500 stehen noch an. Am Donnerstagabend 29.10.2009 hatte es Geiß-Nidda "erwischt".

Knapp eine Stunde später kam HR-Reporter Lutz Weber mit seinem Team in der Turnhalle Geiß-Nidda an - und wurde von 150 begeisterten  Bürgern empfangen. Dort ging es auch gleich zur Sache: Die Herren des Turnvereins präsentierten ihr Paradestück, die Turnstunde nach Turnvater Jahn, die gemischte Tanzgruppe zeigte, was sie drauf hatte, der Gesangverein Orpheus, der just seine Übungsstunde absolvierte, steuerte zwei Stücke bei. "Da war es auch schon halb zwölf", erzählte Kurt Müller. Am Freitag in der Frühe stand als Erstes ein Besuch beim "Dorfkünstler" Stephan Guber an, danach ging es zu Kurt Lind und seinen Rhönschafen und Harzer Füchsen, verbunden mit einem wunderschönen Panoramablick über den Ort. Auf einer Dorfrundfahrt waren das Schwalbenhaus und natürlich die Kirche wichtige Stationen. Zum Mittagessen hatten die Landfrauen ihre Spezialität aufgetischt: Graupensuppe und danach ein Schlachtessen mit Meerrettichsauce, oder besser "Merch", wie es in Geiß-Nidda heißt. Bei einem Abstecher auf den Flugplatz des Modellflugsportvereins stand der zweite Vorsitzende Hans-Wilhelm Kapeller mit seinem Nachbau einer JU 290 im Mittelpunkt des medialen Interesses. Danach ging es zu einer Demonstration der Tischtennis-Abteilung des Sportvereins und zum Training der Fußball-Bambinis. Andreas Grolig zerhäckselte unter enormer Geräuschentwicklung für die Kamera Holz für Heizkraftwerke, danach ging es zum schlussendlichen Treffpunkt zur Dorflinde. Dort hatten sich vor allem die Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr sichtbar postiert, da sie keines Beitrags für würdig befunden worden waren. Sicher, Feuerwehren gibt es - noch - fast überall. Aber in vielen Orten sind sie das Synonym für eine funktionierende Dorfgemeinschaft schlechthin. "Insofern erscheint einem der Ausschluss des Vereins aus der Filmdarstellung über Geiß-Nidda schlicht wie eine krasse Fehlentscheidung", sagte Wehrführer Thorsten Nagel am Rande. Für die Endaufnahme jedenfalls standen sie in ihren Uniformen bestens positioniert und brüllten mit den anderen im Chor: "Geiß-Nidda ist ein dolles Dorf."  

Die Bäckerei Wagner hatte als Überraschung das Backhaus befeuert und steuerte zur anschließenden kleinen Party Getränke, Brote und Zwiebelkuchen bei.

"Ungefähr acht bis neun Stunden halten sich die Teams vor Ort auf", erzählte HR-Reporter Lutz Weber, "dabei werden anderthalb Stunden Material zusammengedreht. Daraus wird selektiert, eine Reihenfolge zusammengeschnitten, Musik ausgewählt, ein Text geschrieben und dazu aufgenommen." Heraus kommt ein Beitrag, der heute abend in der Hessenschau ab 19.30 Uhr ausgestrahlt wird.

Quelle: Kreis-Anzeiger

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